
Natürlich ist es menschlich, wenn du unangenehme Dinge verdrängst. Für den Moment ist das Problem verschwunden. Allerdings ist es nicht gelöst, das ist der Haken dabei. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kommt das Problem wieder auf dich zurück. Meistens auch noch in gewachsenem Ausmaß, gesteigerter Bedrohung und doppelter Geschwindigkeit. Und dann hast du erst recht einen guten Grund, das Problem zu verdrängen und zu verschieben. Mit einem Wort: ein Teufelskreis. Soweit die sachlich kaum zu widerlegende Grundthese.
Dennoch hege ich viel Sympathie für die Tatsache, dass es beim Verdrängen so menschelt wie sonst kaum bei irgendwas. Nieder mit dem Typen, der das Sprichwort „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ erfunden hat. Der gehört zusammen mit dem „Ohne Fleiß, kein Preis“- und dem „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“-Typen in eine Schublade gesteckt und nicht wieder rausgelassen, bis sie alle drei zusammen winselnd versprechen, einen ganzen Tag einfach nur herumzusandeln und ja keinen Finger zu rühren. Diese blöden, erfolgsgeilen Roboter. Soweit meine persönliche, ideologische Antithese.
Die Realität ist hingegen von Synthesen nur so durchzogen, auf österreichisch bösartig auch Kompromiss genannt.
http://www.youtube.com/watch?v=Y2eEC22-uIM
hans-wolfgang - am Montag, 27. Oktober 2008, 23:50 - Rubrik: Tao