Tao
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Den Tanz umgibt eine subtile Magie, denn der Tanz existiert nur im Augenblick des Tanzes selbst. Der Tanz ist wie eine Bambusflöte, die ihre innere Schönheit nur erkennen lässt, wenn man ihr ihre Töne entlockt. Eigentlich gibt es gar keinen Tänzer, sondern nur die Bewegung der Form in Raum und Zeit. Raum, Zeit und Tänzer verschmelzen zum gegenwärtigen Augenblick des Jetzt. Der Tanz findet nur im Augenblick dieser Verschmelzung statt. Der Tanz entsteht, in dem ich zum Tanz werde. Mein Leben ist solch ein Tanz. Mein Leben ist der Ausdruck von absichtsloser Bewegung in Raum und Zeit. Ich erschaffe mein Leben, ich erschaffe mich selbst, in dem ich zu tanzen beginne. Ich kann gut oder weniger gut tanzen, doch dass ich tanzen muss, das steht außer Frage.
Aber noch etwas anderes geschieht während ich meinen ganz persönlichen Tanz tanze, etwas überaus magisches: Ich begegne mir selbst, meiner Seele, meinem authentischen Selbst. Diese Begegnung markiert eine Wende in meiner persönlichen Entwicklung: Ich entdecke meine tiefere Natur. Sie wird immer dann erkennbar, wenn ich auf der Seelenebene leben. Das kann sehr überraschend für mich sein. Und herausfordernd dazu. Denn der Weg der Seele zeigt sich erst während des Gehens. Er macht mir meine alten Gewohnheiten und Ängste bewußt. Er zerschlägt die Konsens-Trance, in der ich mich wohlig eingerichtet habe. Ich muss mich also auch für das Tao entscheiden, mich dazu durchringen, authentisch zu leben. Jeden Tag, jede Stunde, jeden Moment aufs neue, bis „es“ ganz natürlich wird für mich, so zu leben, eine Art kosmische Gewohnheit. Dann küsst sie mich, mein Selbst, ganz vorsichtig, zärtlich und mein Herz öffnet sich.

 

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